Lohnt es sich Foto-Zubehör machen zu lassen?

Lohnt es sich Foto-Zubehör machen zu lassen?

Heute habe ich einen Gastartikel von einem langjährigen, guten Freund, der mich auf dem Weg in die digitale Fotografie begleitet hat. Tim möchte Euch etwas über das Thema „Zubehör kaufen oder machen lassen“ erzählen, da er sich auch schon eine gute Weile damit selber beschäftigt. Aber lest selbst, was er zu berichten hat:

 

Ich fotografiere seit über 25 Jahren und seit 2005 auch digital. Insbesondere bin ich in der Naturfotografie unterwegs aber auch in anderen Bereichen. Jeder der angefangen hat die Fotografie als ernsthaftes Hobby zu betreiben kennt das sicherlich: Die erste eigene Spiegelreflex wurde zusammengespart und erworben, es wird fleißig experimentiert, ausprobiert und rumgetestet. Dann kommt der Tag, an dem man feststellt, dass es nicht mehr ohne Zubehör geht. Natürlich gibt es eine gigantische Anzahl an Firmen, die Zubehör für alles Mögliche anbieten und das auch in allen Preissegmenten. Mangels Geldbeutel kauft man dann erst mal fleißig im billigen Segment ein, um überhaupt irgendwas zu haben.

 

Früher oder später merkt man jedoch, dass man damit nur sinnlos Geld verbrennt und hinterher dann doch nicht zufrieden ist.

Mir ging es stellenweise auch so, obwohl ich mich irgendwann auch bei Profiausstattern umgesehen habe. Das fängt beim Stativ an das wackelt wie ein Kuhschwanz und/oder irre teuer ist und hört bei der Blitzschiene auf die alles macht aber keinen Klammerblitz in Position halten. Ich stellte mir also die Frage: Warum nicht als Alternative sein Zubehör selbst entwerfen genau auf die Bedürfnisse zugeschnitten? Ich hörte mir dann von vielen Fotografen an: „Das ist zu viel Zeitaufwand und es kostet ein Vermögen die Sachen zu bauen!“

FALSCH!

Zugegeben, ein bisschen Zeit geht drauf für die Überlegungen wie man was haben will und aus welchem Material. Und dann muss man ja auch nicht alles selber machen, sondern kann es sich auch von anderen bauen lassen. Bleibt die Frage, wo kann ich es bauen lassen? Mit den richtigen Leuten an der Hand wird die Umsetzung sehr wohl erschwinglich und nicht teurer als Zubehör von der Stange, eher sogar günstiger. Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, bevor er sinnlos Geld zum Fenster rauswirft, zu überlegen:

Was möchte ich machen, was will ich haben und wie bekomme ich es, damit es genauso ist wie es sein soll?

Aber genug der Vorrede, ich möchte Euch hier ein paar Zubehörteile vorstellen, die ich für mich entworfen und anschließend von einer Firma zu sehr moderaten Preisen habe bauen lassen.

 

Beginnen wir mit Stativen

Ich möchte hier keine Diskussion über die Vor- und Nachteile von Stativen aus verschiedenen Materialien vom Zaun brechen, ich denke die sind den meisten hinreichend bekannt. Ich für meinen Teil jedoch bin ein sehr großer Freund von Holz. Ich nutze also seit Jahren Holzstative in verschiedenen Größen und bin damit sehr zufrieden.

Irgendwann kam dann der Zeitpunkt an dem ich mich auf Wild ansetzen wollte (hierzu immer den Förster oder Jagdpächter um Erlaubnis fragen!), aber ein Tarn-Zelt in das ich mein Stativ stelle, war mir zu unflexibel, schwerfällig und zu teuer. Also musste eine Ersatzlösung her.

Ich habe mir einen Tarnanzug besorgt wie Ihn Scharfschützen verwenden (70 Euro) und habe mir ein Einbeinstativ aus Holz genau in Sitzhöhe fertigen lassen (80 Euro).

So bin ich flexibel und das Einbein nützt in unwegsamen Gelände obendrein als Stock und Stütze. Für 150 Euro also genau die Lösung wie ich sie haben wollte. Drauf kann jeder beliebige Kugelkopf montiert werden, oder die Kamera direkt aufgeschraubt werden.

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Ein weiterer Bereich in dem ich gerne unterwegs bin ist die Makro-Fotografie

Insbesondere bevorzuge ich hier einen Klammerblitz bzw. Klammer-LED-Leuchten, da ich damit im Vergleich zum Ringblitz ganz andere Möglichkeiten der Ausleuchtung habe und auch besser mit Schattierungen spielen kann. Die erworbene Blitzschiene eines Profiausstatters war teuer, schwer, unhandlich und wackelig. Irgendwann ist mir der Kragen geplatzt und ich habe mir überlegt, welche Eigenschaften die Schiene haben soll und wie sie beschaffen sein soll. Anschließend habe ich sie mir genau so bauen lassen (Kostenpunkt 250 Euro). Das Profigerät von der Stange kostet ca. ebenso viel. Meine Schiene besteht aus Alu und kann auf jedem Stativ montiert werden oder frei in die Hand genommen werden. Zusätzlich habe ich mir einen Handgriff machen lassen der bei Bedarf angeschraubt werden kann. Die Blitze kommen auf zwei handelsübliche Mini-Kugelköpfe.

Tim2

 

Auch viele Kleinigkeiten wie Filter, wasserdichtes Gehäuse, etc. lassen sich für wenig Geld und einem Baumarktbesuch oder einer Internetbestellung selber machen, da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Elektronische Bauteile wie Sensoren oder Lichtschranken lassen sich durchaus auch günstig selbst bauen.

Ich kann Euch nur empfehlen kreativ zu werden, das spart Euch viel Zeit, Nerven und Geld. In diesem Sinne frohes neues Jahr und immer gutes Licht. ;-).

Und wie hat Euch Tim’s Erfahrungsbericht gefallen? Habt Ihr auch schon selber Zubehör gebastelt, oder reizt es Euch auch mal auf dem Level selber die Ausrüstung aufzustocken?

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