Retroadapter für Makroaufnahmen – 7 Tipps und Tricks

Retroadapter für Makroaufnahmen – 7 Tipps und Tricks

Vor einer Weile hatte ich darüber geschrieben, wie man für ca. 10 Euro ein cooles Makro-Objektiv erhält. Alles mit der Hilfe eines kleinen Metallrings, durch den Du Dein Kit-Objektiv einfach anders umgedreht an Deinen Kamera-Body stecken kannst. Du  hast nun einen Retroadapter, aber hast Probleme damit gute Fotos zu machen? Dafür habe ich diesen Artikel für Dich geschrieben.

Es ist nämlich zu Anfang nicht unbedingt ganz einfach, direkt ein brauchbares Ergebnis mit dem Retroadapter zu erhalten. Wenn Du die folgenden Tipps beachtest, solltest Du aber schnell selber gute Ergebnisse erhalten und so immer mehr Spaß an der Makro-Fotografie mit kleinem Budget bekommen. Also was musst Du genau beachten?

 

Verwende einen weiteren Objektiv-Aufsatz

Ich verwende einen weiteren Objektivaufsatz, durch den ich mein Objektiv besser schützen kann, wenn ich es verkehrt herum aufgesetzt habe. So kann ich die Kamera dann auch zwischendurch in die Kameratasche stecken, ohne Angst zu haben, dass mein Objektiv vielleicht verkratzt oder verschmutzt wird. Die wenigen Euro lohnen sich meiner Meinung nach auf jeden Fall.

Makroaufnahmen mit dem Retroadapter - Adapterring

Es werde Licht!

Du brauchst Licht. Sehr viel Licht. Wenn Du Makro-Aufnahmen machst, dann ist es extrem wichtig, dass Dein Fotomotiv wirklich gut ausgeleuchtet ist. Ansonsten kann es passieren, dass Du einfach gar nichts siehst. Versuche es mal aus, indem Du Dein Motiv mit einer Taschenlampe anstrahlst. Oder mache nur Fotos, wenn es so richtig strahlend hell draußen ist. Notfalls drehe den ISO Wert mal bewusst sehr hoch und die Belichtungsdauer runter. Dann solltest Du mit ein paar Testschüssen einen Unterschied feststellen.

Makroaufnahmen mit dem Retroadapter - Aufbau

 

Konzentriere Dich auf einen Schärfepunkt

Durch den Retroadatper hast Du nur eine ganz kleine Schärfentiefe. Das bedeutet, dass nur ein Bereich in einer Tiefe von ein paar Millimetern auch scharf gestellt. Das kann etwas schwierig bei Motiven sein, die sehr in die Tiefe gehen. Also z.B. ein Blatt. Du bekommst in der Standardeinstellung wirklich nur einen kleinen Bereich scharf. Das lässt sich schön austesten, indem Du mit Deiner Kamera einfach ganz langsam vor oder zurück gehst und dann beim Blick durch den Sucher siehst, wie der Schärfebereich durch Dein Motiv wandert. Da braucht man etwas Feingefühl für, aber lässt sich durchaus üben.

Extratipp: Da Du mit umgedrehten Objektiv nicht Deine Blende per Einstellung verändern kannst, gibt es einen Trick, wie Du trotzdem den Blendenwert beeinflussen kannst. Schau doch einfach mal hier vorbei, um eine kleine Anleitung zu finden. 

Makroaufnahmen mit dem Retroadapter - Pflanze

Nutze ein Stativ

Da Du durch die Makroaufnahme wirklich extrem vergrößert siehst, musst Du auch daran denken, dass jede kleinste Bewegung Dein Foto zunichte machen kann. Somit brauchst Du neben genügend Licht auf jeden Fall ein Stativ, oder etwas, wo Du Deine Kamera drauf abstützen oder abstellen kannst. So verwackelst Du Dein Foto auch nicht und ärgerst Dich hinterher.

 

Wähle den richtigen Modus

Wähle für Deine Makrofotos am besten den TV- oder M- Modus. AV steht ja für Blendenpriorität – die kannst Du aber mit Retroadapter gar nicht mehr verändern. Also wähle stattdessen einen Modus, wo die Blende nicht im Mittelpunkt steht.  TV steht für Belichtungsdauer-Priorität. Ist vielleicht auch nicht optimal. Ich wähle hier immer den manuellen Modus (M) und spiele mit der Belichtungsdauer und dem ISO rum. Die Blende ist fest voreingestellt und kann über das Kameradisplay nicht mehr verändert werden.

 

Komm ein Stückchen näher

Du musst ganz nah an Dein Fotomotiv ran gehen. So richtig nah. So nah, dass Du fast mit dem Objektiv an Dein Motiv dran stupst. Dann hast Du die richtige Entfernung, um die Details an Deinem Fotomotiv auch richtig einzufangen

Makroaufnahmen mit dem Retroadapter - Pflanze

 

Probier aus und suche Dir spannende Motive

Das ist meiner Meinung nach ganz wichtig. Nachdem Du die Tipps oben versuchst zu beachten, spiel einfach herum. Versuche hier eine kleine Einstellung zu ändern oder dort etwas mehr Licht zu verwenden. Suche Dir interessante Pflanzen, besprühe Sie mit Wasser (Wasser sieht super aus in Makro) und entdecke Dein Fotomotiv. Sei gespannt, was Du so alles an Deiner Hauspflanze oder den Blumen im Garten entdeckst. Du musst einfach ausprobieren und viele Fotos machen, um dann ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie Du das beste aus Deinen Fotos herausholst.

Makroaufnahmen mit dem Retroadapter - Milbe

Makroaufnahmen mit dem Retroadapter - Fliege

Das waren ein paar Tipps von mir zur Verwendung Deines Retroadapaters. Ich hoffe, Du hast genauso viel Spaß wie ich damit. Nimm ihn das nächste mal einfach mal mit, wenn Du auf Fototour bist und denke daran, eine Taschenlampe dabei zu haben. Und dann lass Dich überraschen, was Dir so alles vor die Linse kommt. Ich war z.B. total perplex, dass ich den kleinen (1mm großen) roten Krabbeltierchen auf  einer Mauer beim Kampf ums Essen zusehen konnte. Also:

Geh raus, spielen!

 

Du hast erste Fotos mit dem Retroadapter gemacht? Dann verlinke sie doch hier unter dem Artikel. Ich würde mich freuen, ein paar Deiner Ergebnisse sehen zu können.

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Comments ( 8 )

  • Hi Nina,

    cooler Artikel. So ganz einfach ist das wirklich nicht, macht aber Spaß 🙂

    Gruß
    marv

    • Nina

      Hi Marv,
      ja ich hab durchaus auch eine große Ausschussmenge bei der Verwendung meines Retroadapters. Aber es ist einfach zu faszinierend, was man so alles sieht :-).
      Grüße
      Nina

  • Sehr interessant!
    Wahrscheinlich war es bei mir tatsächlich zu dunkel und ich war zu weit entfernt vom Objekt der Begierde.
    Aber da ich immerhin etwas durch das Objektiv gesehen habe, weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin 🙂

    Ich werde all deine Tipps ausprobieren und dann berichten 🙂

    Viele Grüße
    Linda

    • Nina

      Hi Linda,
      ich drücke Dir die Daumen, dass die nächsten Bilder besser klappen und bin auf Deine Ergebnisse gespannt :-).

      Viele Grüße
      Nina

  • Hallo Nina,
    ich bin gerade endlich dazu gekommen, deine Anleitung auszuprobieren.

    Das Gute: Ich sehe mein Motiv im Zoom total nah (dank heller Schreibtischlampe) und bin total begeistert.
    Das Schlechte: Das Bild ist schwarz, obwohl es vorher deutlich zu erkennen war. Nix mit Motiv.

    Wie kann das? Hast du eine Idee?

    Viele Grüße
    Linda

    • Nina

      Hallo Linda,
      dann lass uns mal weiter auf Ursachenforschung gehen 🙂

      Welche Einstellungen hast Du denn an der Kamera gemacht? Also wie ist die Belichtungsdauer eingestellt? Eventuell ist die nämlich noch zu niedrig.

      Durch den Sucher siehst Du Dein Motiv, aber der Blick durch den Sucher entspricht nicht den gleichen Lichtverhältnissen die Du hast, wenn Du auf den Auslöser drückst. Für den Blick durch den Sucher wurde dauerhaft ein Spiegel in der Kamera hochgeklappt und Du bekommst genug Licht durch den Sucher und siehst Dein Motiv. Wenn Du jetzt auf auf den Auslöser drückst, klappt der Spiegel vom Sucher weg und lässt das Licht durch auf Deinen Kamerasensor. Und zwar genau so lange, wie Du es eingestellt hast. Also z.B. 1/200 oder 8″. Wenn jetzt die Einstellung auf 1/200 steht, dann kommt nur 1/200 Sekunden lang Licht auf Deinen Sensor und das Bild wird evtl. trotz vielem Licht zu dunkel. Bei 8″ wird der Spiegel dagegen 8 Sekunden lang weggeklappt. Es kann also viel Licht auf Deinen Sensor kommen und das Foto sollte hell werden.

      Wie Du nun die richtige Einstellung findest? Schau mal durch Deinen Sucher, ob Dir unten so eine kleine Skala angezeigt wird, wo ein kleiner Strich angezeigt wird. Wenn Du nun die Belichtungsdauer an Deiner Kamera per Drehrad verstellst, sollte auch dieser Strich hin und her wandern. Du brauchst diesen Strich genau in der Mitte – dann passt das meist von der Helligkeit. Oder – falls Deine Kamera Live-View hat – schalte den ein und verstelle die Belichtungsdauer. Da wird Dir nämlich das Bild so hell oder dunkel angezeigt, wie es später aufgenommen wird.

      Ich hoffe, dass war jetzt verständlich und nicht zu viel Info auf einmal. Ich drücke die Daumen, dass Du damit Dein Motiv ausreichend hell bekommst 🙂

  • Oh, das ist wirklich eine wunderschöne Seite! Toll und verständlich… ich fotografiere zwar seit ca 15 Jahren hobbymäßig und mit langen Pausen zwischendrin, aber fachchinesisch… ist nicht meins:-)

    • Nina

      Hallo Liz,
      vielen Dank :-). Es freut mich, dass Dir meine Seite gefällt. Ich versuche das Fachchinesisch so gut es geht zu vermeiden, da ich auch lange (und immer noch) mit so einigen technischen Begriffen auf Kriegsfuß stehe. Aber weshalb sollte einem das die Lust und die Freude am Fotografieren vermiesen? Fotografieren ist auch einfach ein so tolles Hobby 🙂

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