Konzertfotos einfach erklärt

Konzertfotos einfach erklärt

Konzertfotos einfach erklärt

Kommen wir heute zum Thema, wie Du auf einem Konzert gute Fotos machen kannst. Ich bin regelmäßige Konzertgängerin und will natürlich auch hin und wieder von manchen dieser Konzerte einige Momente als Erinnerung festhalten. Dazu will ich Dir heute einige Tipps geben – auch aus der Hoffnung heraus, dass ich in der Zukunft nicht mehr so viele Handys mit Blitz während diverser Veranstaltungen sehen muss. Denn lass Dir diesen Tipp schon mal geben:

Mit Blitz fotografieren während eines Konzertes geht gar nicht!

 

Schritt 1: Fotos und welche Kamera erlaubt?

Aber fangen wir einmal von vorne an. Der erste Schritt, bevor Du Fotos auf einem Konzert machst, ist zu prüfen, ob es überhaupt erlaubt ist Fotos auf der jeweiligen Veranstaltung zu machen. In meinem Fall war die betreffende Veranstaltung der Hexentanz. Hier findet man auf der Webseite den Hinweis, dass das Fotografieren mit Kompaktkameras und Handys gestattet ist. Aber auch hier der Hinweis: ohne Blitz. Auf anderen Veranstaltungen kann es dagegen der Fall sein, dass es verboten ist überhaupt zu fotografieren.

 

 

Schritt 2: Nimm die passende Kamera mit

In meinem Fall war also eine Kompaktkamera erlaubt. Dafür ist meine Sony RX100 in der ersten Version mein absoluter Favorit. Die Kamera ist klein und leicht, hat ein klasse Objektiv und lässt sich auch manuell einstellen. Und die erste Version der Kamera ist weiterhin günstig zu kaufen.

Je nach Gelegenheit kann es aber sein, dass Du sogar eine größere Kamera – also auch eine Spiegelreflex-Kamera mitnehmen kannst. Dies ist besonders bei lokalen Veranstaltungen der Fall, wo man vielleicht sogar einen direkten Draht zur Band oder dem Veranstalter hat. Nachfragen lohnt sich!

Bei solchen Gelegenheiten habe ich normalerweise meine Canon EOS 650D mit einer Festbrennweite dabei. Da entweder 50mm oder 35mm. Es bietet sich hier aber auch das 85mm an. Weshalb eine Festbrennweite (also ein Objektiv mit dem Du nicht zoomen kannst)? Einer der wichtigsten Gründe ist hier, dass diese bei schlechten Lichtverhältnissen noch sehr viel rausholen können. Die wichtigste Einstellung ist hier die Blende. Mit einem kleinen Wert (z.B. 2.8) fängst Du das spärliche Licht besser ein, als mit einem größeren Blendenwert. Du kannst im Dunklen also bessere Fotos mit einer Festbrennweite machen, als mit einem durchschnittlichen Zoom-Objektiv.

 

 

Schritt 3: Auf dem Konzert – mache Testfotos

Bevor das Konzert losgeht, mache ich normalerweise – egal mit welcher Kamera – ein paar Testfotos. Ich probiere verschiedene Einstellungen aus, ggf. auch verschiedene Kameraprogramme. So taste ich mich an die passenden Kameraeinstellungen heran und muss während des Konzertes keine Zeit auf das krampfhafte Suchen nach der richtigen Einstellungen verschwenden. Schließlich will ich ja auch noch das Konzert genießen ;-). Meine Fotos nehme ichaußerdem im RAW-Format auf, dadurch habe ich später mehr Korrekturmöglichkeiten in der Nachbearbeitung.

Hier stellt man auch schnell fest, ob man nah genug an der Bühne dran ist, oder ob es keinen Sinn macht von weit hinten mit Zoom verwackelte Fotos zu machen. Falls Du übrigens mit dem Handy Fotos machst: Lass den Finger erst recht vom Zoom. Da gilt das gleiche wie mit dem Blitz: Das wird scheiße…

Bei den hier gezeigten Konzertfotos von mir habe ich übrigens immer in einer der ersten 3 Reihen gestanden. Das war nicht immer einfach und auf etwas rockigeren Konzerten muss man auch ein Auge darauf halten, ob gerade von hinten ein Crowdsurfer ankommt. Aber es lohnt sich. Ach ja – und man sollte wissen, ob die Band für Pyro-Shows oder Wasserbäder der ersten Reihen bekannt ist. Deine Kamera wird es Dir danken. Weiter geht es mit…

 

Schritt 4: Jetzt geht’s los

Das Konzert beginnt und Du kannst nun mit Deinen Fotos loslegen. Ein weiterer Tipp: Halte nicht ständig die Kamera hoch und vor die Nasen der anderen Konzertbesucher. Überlege Dir wann es sich lohnt die Kamera zu zücken und das Publikum um Dich herum wird es Dir danken.

Hier ein kleiner Einblick, welche Kameraeinstellungen ich normalerweise wähle.

Ich versuche während des Konzertes zwischen mehreren Einstellungen zu wechseln. Wenn Du alle Fotos mit genau der gleichen Einstellung machst und später am PC feststellst, dass dadurch alles unscharf, zu dunkel oder zu hell geworden ist, ist der Ärger sonst sehr groß. Beim Wechseln zwischen den Einstellungen stellst Du eher sicher, dass neben ein paar Fehlgriffen auch die passenden Ergebnisse dabei sind.

Beim Hexentanz hatte ich den Großteil im manuellen Modus fotografiert. Als Verschlusszeit hatte ich 1/200 gewählt und als Blende zwischen 2.8 und 6.  So konnte ich auch die schnelleren Bewegungen gut einfangen und die Blende hat noch genug Licht durchgelassen. Jedoch musste ich manchmal korrigieren – gerade bei der Pyro-Show oder extrem hellen Lichtern oder als alle Lichter bis auf ein paar Feuerstellen nur beleuchtet waren. Kenne also die Knöpfe Deiner Kamera, um schnell Änderungen vornehmen zu können. Zusätzlich zu den Einstellungen oben, hatte ich als ISO 1600 gewählt. Das hängt aber stark von der jeweiligen Kamera ab. Klar wird das Foto bei den Einstellungen körniger. Aber lieber Bildrauschen, als unscharfes Foto!

Als weitere Programme hatte ich entweder einen halbautomatischen Modus, bei dem ich die Blende oder die Verschlusszeit fest einstellen kann. Nachteil bei der festen Blende = es kann passieren, dass die Kamera die Belichtung zu lange macht und dadurch Dein Bild verwackelt.

Wer sich noch nicht ganz an die manuellen Einstellungen traut sollte sich mit den verschiedenen Programmen seiner Kamera vertraut machen und später nachschauen, welche Einstellungen die Kamera gewählt hat. Die Sony hat einen sogenannten überlegenen bzw. intelligenten Modus. Auch damit konnte ich gute Ergebnisse erreichen. Die Gefahr ist hier jedoch auch größer, dass was schief geht.

Und dann bleibt nur noch, dass Du immer mal wieder einen schnellen Blick auf Deine Fotos wirfst.

  • Ist etwas unscharf? Dann achte darauf, wo Deine Kamera fokussiert, oder Du musst Deine Verschlusszeit schneller einstellen. Außerdem kann es sein, dass der Blendenwert zu klein eingestellt ist und dadurch der Bereich zu klein ist, der scharf gestellt wird.
  • Zu dunkel? Setze den ISO hoch, oder Verschlusszeit länger, oder die Blende auf einen kleineren Wert.
  • Zu hell? Genau anders herum. ISO runter, Verschlusszeit kürzer, oder Blende auf größeren Wert.

 

Schritt 5: Bildbearbeitung in Lightroom

Zuerst einmal: Lösche keine Fotos vorab von der Kamera. Auch wenn diese einen sehr starken Farbstich haben sollten. Das kannst Du nämlich häufig gut nachbearbeiten und damit retten. Detailliert gehe ich in einem anderen Artikel darauf ein. Hiermit erhältst Du aber einen ersten Einblick, was in der Nachbearbeitung so möglich ist.

Ich bearbeite meine Fotos regelmäßig in Lightroom nach. Das ist nicht so kompliziert wie Photoshop und gleicht auch eher dem Schritt, dass Du in der Dunkelkammer Dein Foto entwickelst. Hier geht es nicht darum irgendwas am Foto grundlegend zu verändern, sondern darum die Farben, Helligkeit und Kontraste anzupassen. Damit kannst Du unglaublich viel aus einem Foto herausholen. Wenn Dir der Unterschied zwischen Photoshop und Lightroom nicht ganz klar sein sollte, findest Du hier mehr Infos.

Ein Foto habe ich je nachdem in 2 – 20 Minuten fertig bearbeitet. Zu diesem Thema kann ich jedoch auch bereits mindestens einen kompletten Artikel schreiben, weshalb ich mich hier kurzfassen möchte und Dir einfach mal ein aktuelles Video von mir zeige, in dem ich in unter 5 Minuten ein Foto vom letzten Hexentanz bearbeite. Das erklärt die wichtigsten Schritte denke ich am einfachsten.

Das waren soweit alle Schritte, die ich beim Fotografieren auf Konzerten beachte. Versuche sie auf der nächsten interessanten Veranstaltung umzusetzen und lasse mich wissen, mit welchen Punkten Du vielleicht Probleme hattest, welche Fragen Du dazu hast und wie Deine Ergebnisse aussehen. 

Übrigens biete ich zum Thema „Blogfotos in Lightroom optimieren“ auch einen kompletten Video-Onlinekurs an. Und falls Du mehr Tipps speziell zur Konzertfotografie suchst, dann solltest Du vielleicht einmal auf der Seite von Matthias Hofbauer vorbeischauen ;-).

Das waren denke ich für heute jede Menge Tipps, die Du umsetzen kannst. Ich hoffe, es waren ein paar neue Infos für Dich dabei. Solltest Du Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel haben, lasse es mich gerne in den Kommentaren wissen. Oder schreibe mir auch gerne eine Mail an nina@farbsalat.de.

 

 

 

 

 

Nina_Farbsalat_Maskottchen-e1425212177903.png

Melde Dich für meinen Newsletter an



1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)
Loading...

No Comments

Post a Reply